Freie Software
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 10. Juni 2009 um 20:47 Uhr Geschrieben von: Angelo Mittwoch, den 10. Juni 2009 um 20:43 Uhr
Als freie Software bezeichnet man Programme
- die in einer für den Menschen lesbaren und verständlichen Form (Quelltext s.u) vorliegen
- die beliebig kopiert, verbreitet und genutzt werden können
- die verändert und in der veränderten Form weitergegeben werden können.
Der Gegensatz von freier Software ist proprietäre Software, die meistens käuflich zu erwerben ist und deren Quellcode nicht veröffentlicht wird.
Für Laien: Als Quelltext eines Programms bezeichnet man den Code, den ein Programmierer in seinen Computer tippt. Dieser wird später in eine ausführbare Datei übersetzt, welche dann nur noch sehr schwer von einem Menschen verändert werden kann. Die meiste kommerzielle Software, also Produkte wie etwa Windows oder die Brennsoftware Nero, werden nur als solche ausführbaren Dateien vertrieben, so das sie nicht umprogrammiert und verbessert werden können. Außer man arbeitet beim Hersteller und hat Zugriff auf den Quelltext.
Der Begründer der freien Software-Bewegung war 1983 Richard Stallmann, ein Entwickler am MIT. Er erarbeitete in dem von ihm gegründeten GNU-Projekt die GNU General Public Licence (GPL) und das Copyleft als Antagonismus zum Copyright. Die GPL hat zum Ziel, freie Software zu lizenzieren und das Copyright und somit den Fortbestand freier Software zu schützen. Inzwischen gibt es neben der GPL noch zahlreiche weitere Lizenzen für freie Software. Ein besonders bekannter Vertreter ist die Creative Commons-Lizenzfamillie. Diese hat den Vorteil, dass sie auch für andere Arten urheberrechtlich geschützter Werke verwendet werden kann, etwa Musik, Fotos oder Texte. Außerdem kann der Urheber selbst bestimmen, wie viele Rechte er seinen Nutzern einräumen möchte, so kann er etwa kommerzielle Nutzungen untersagen oder auf die Nennung seines Namens bestehen. Weitere Vertreter sind die BSD-Lizenz, die GFDL oder die LGPL. Für weitere Informationen siehe Wikipedia. (Wikipedia selbst ist ein großartiges Beispiel, wie die Ideologie freier Software auch auf andere Bereiche kreativen Schaffens ausgedehnt werden kann.)
Alle Lizenzen für freie Software müssen von der Free Software Foundation (FSF) anerkannt werden.
Das heute populärste freie Betriebssystem ist Linux. Es wurde 1991 von dem Finnen Linus Torvalds programmiert. 1998 stellte Netscape den Quelltext für den Browser Navigator frei zur Verfügung, die Weiterentwicklung des daraus entstandenen Mozilla-Projekts ist unter anderem der Browser Firefox. Freie Software wird heute weltweit von der Wirtschaft eingesetzt, das Internet läuft beispielsweise zum größten Teil auf Linux-Servern mit freien Programmen.
Die Entwicklung von freien Software-Produkten hat längst die Welt der Universitäten und Idealisten verlassen: große Unternehmen wie IBM oder Novell haben sogar ihre eigenen Entwicklungsabteilungen, die nur mit der Programmierung von freien Software-Produkten beschäftigt sind. Entgegen der allgemeinen Einschätzung ist der Einsatz von freier Software im Business-Bereich weitaus größer als bei Privatnutzern.
Heute gibt es für fast jede Aufgabe auch eine etablierte freie Software. Wenn du reinschnuppern möchtest, haben wir hier eine kleine Liste mit besonders beliebten freien Programmen zusammengestellt.
Oft wird freie Software auch als "Open Source" Software bezeichnet.
In der eigentlichen Bedeutung unterscheidet sich die Open Source Definition nicht von freier Software. Der Begriff „Open-Source-Software" scheint aber mit der Betonung der Überlegenheit des Entwicklungsprozesses eher die Entwicklersicht wiederzugeben, während der Begriff „Freie Software“ den Nutzen für den Anwender und die Gesellschaft heraushebt. Beide Begriffe können unterschiedliche Assoziationen auslösen, die ursprünglich nicht geplant waren. Die Open Source/freie Software-Szene streitet darüber, welcher Begriff besser ist.
| < Zurück | Weiter > |
|---|







